DREI MISSVERSTÄNDNISSE ÜBER KOLLAGEN
Erstens wird oft gesagt, dass "Kollagen„ist nicht die beste Proteinquelle für die Sporternährung.“
Im Hinblick auf die grundlegende Nährstoffversorgung wird Kollagen aufgrund seines geringen Gehalts an essentiellen Aminosäuren nach gängigen Methoden zur Beurteilung der Proteinqualität mitunter als unvollständige Proteinquelle eingestuft. Die bioaktive Wirkung von Kollagen geht jedoch über die reine Bereitstellung essentieller Aminosäuren zur Deckung des täglichen Bedarfs hinaus. Aufgrund seiner einzigartigen Peptidstruktur binden bioaktive Kollagenpeptide (BCP) an spezifische Zelloberflächenrezeptoren und stimulieren die Produktion von extrazellulären Matrixproteinen. Ihre Wirkung steht in keinem Zusammenhang mit dem Spektrum der essentiellen Aminosäuren oder dem Proteinqualitätsindex des Kollagens.
Zweitens herrscht bei den Verbrauchern Verwirrung hinsichtlich der Klassifizierung von Kollagenpeptiden.
Die Verteilung von Kollagen im Körper ist komplex. Ungeachtet seines genauen Vorkommens hat die Klassifizierung der Kollagentypen (bisher wurden 28 identifiziert) jedoch keinen Einfluss auf die Bioaktivität ihrer Kollagenpeptide als Nährstoffquelle. So weisen beispielsweise Kollagen Typ I und Typ II laut verschiedenen präklinischen Studien nahezu die gleiche Proteinsequenz (ca. 85 %) auf. Werden Kollagen Typ I und Typ II in Peptide hydrolysiert, haben ihre Unterschiede keinen Einfluss auf die Bioaktivität oder die zelluläre Stimulation der Kollagenpeptide.
Drittens sind biologische Kollagenpeptide nicht immun gegen die enzymatische Verdauung im Darm.
Kollagen besitzt im Vergleich zu anderen Proteinen eine einzigartige Aminosäurekettenstruktur, die den Transport bioaktiver Peptide durch die Darmwand erleichtert. Im Vergleich zu den α-Helix-Strukturen anderer Proteine weisen die biologischen Kollagenpeptide eine längere, schmalere Struktur auf und sind resistenter gegen die Hydrolyse im Darm. Diese Eigenschaft begünstigt eine gute Absorption und Stabilität im Darm.
Heutzutage geht der Konsum über die Deckung des Grundbedarfs hinaus und konzentriert sich auf bedingt essentielle Aminosäuren und bioaktive Lebensmittelbestandteile als Stoffwechselregulatoren, die dem Körper optimale und langfristige gesundheitliche Vorteile bieten und spezifische physiologische Bedürfnisse wie Anti-Aging und die Reduzierung von Sportverletzungen erfüllen können. Kollagen hat sich im Bewusstsein der Verbraucher zu einer der wichtigsten Quellen funktioneller Peptide entwickelt.
Veröffentlichungsdatum: 15. September 2021